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Schnell schreiben



Schnell notieren ohne Steno

Diejenigen, die noch Steno gelernt haben, und sich tapfer durch all die Kürzel und die jahrelange Übung geschwitzt haben, wissen ein Lied davon zu singen: Kurzschrift ist ein Unding. Zumindestens die deutsche Einheitskurzschrift erfordert eine Menge Lernen und jahrelange Übung – auch zum Wiederlesen. Im amerikanischen und französischen Bereich sieht das zwar etwas anders aus, aber auch dort ist Steno kaum mehr gebräuchlich. Heutzutage wird nur noch ganz selten stenografiert, für alle anderen Gelegenheiten gibt es digitale Tonbandaufzeichnungen, die danach abgetippt werden – und anstatt ein Stenogramm als Mitschrift später mühsam zu entziffern, und in den PC einzugeben, empfiehlt es sich heute, die Notizen gleich in den mitgebrachten Laptop zu tippen, wo sie dann direkt weiterbearbeitet werden können.

Schneller schreiben – oder auch tippen – zu können, ist aber in vielen Fällen ein großer Vorteil, vor allem wenn es darum geht, sich möglichst schnell und möglichst umfangreich Notizen zu machen. Aus diesem Grund sind die buchstabenbasierten Kürzungssysteme heute so zahlreich, wie Stenosysteme zu ihren besten Zeiten nie waren.  Für jede Sprache gibt es, entsprechend der Wortstruktur und der geläufigen Abkürzungen mehrere verschiedene Verkürzungssysteme – man schreibt nicht mehr alle Buchstaben eines Wortes, sondern läßt alles Unnötige weg – Endungen, Vorsilben, Personalpronomen – alles was irgendwie geht. Da ausschliesslich Buchstaben verwendet werden, kann ein solches System sowohl handschriftlich, als auch auf der Tastatur benutzt werden. Die meisten Systeme bleiben dabei – auch bei starken Kürzungen – immer noch relativ gut wiederlesbar.

Oft massiv als das Ei des Kolumbus beworben, haben diese Systeme alle einen sehr großen Nachteil: Sie brauchen, um erfolgreich angewendet zu werden, regelmäßige Übung und Gewohnheit. Wenn Sie aber die Gewohnheit entwickelt haben, abzukürzen, werden Sie immer wieder mal Probleme damit haben, Wörter auszuschreiben, wenn Sie beispielsweise die Korrespondenz erledigen, oder Emails schreiben. Das kann äußerst störend sein. Und Gewohnheiten sind Gewohnheiten – ob so oder anders. Solche Systeme sind also – jedenfalls was die Anwendbarkeit betrifft – eher als durchaus zweifelhaft einzustufen.

Was Sie jedoch in jedem Fall tun können, um sich schneller Notizen zu machen, ist auf ein paar Dinge zu achten:

1.       Wenn Sie sich Notizen machen, schreiben Sie in Kleinbuchstaben. Egal ob Handschrift oder auf der Laptop-Tastatur. Großschreibung hält immer auf.

2.       Verwenden Sie spontane Abkürzungen – schreiben Sie einfach den Anfang eines Wortes, und lassen Sie den Rest weg, wenn Sie das Gefühl haben, genug geschrieben zu haben. Auf diese Art und Weise bleiben Ihre Abkürzungen ganz sicher wiederlesbar – zumindest im Kontext. Sie wissen ja, was Sie geschrieben haben. Darauf beruht übrigens auch Steno – das eigene Stenogramm kann man normalerweise noch ganz gut wiederlesen – fremde Stenogramme hingegen nur sehr schwer.

3.       Lassen Sie bei Notizen Strukturwörter oder ähnliches weg – niemand braucht in ganzen Sätzen Notizen zu machen. Einzelne Begriffe sind fast immer ausreichend. Wenn Sie diese Begriffe auf einem Blatt dann anordnen, können Sie auch Mind-Maps zeichnen. (In MS OneNote geht das übrigens auch sehr gut, und auch sehr schnell.)

4.       Wenn Sie viel schreiben oder sich Notizen machen, verwenden Sie die Auto-Korrektur-Funktion Ihres Schreibprogramms und überlegen Sie sich, welche Wörter Sie sehr häufig verwenden – definieren Sie eine eindeutige Abkürzung und speichern Sie sie als Autokorrektur, und gewöhnen Sie sich an Ihre Abkürzungen. Die können Sie dann ja immer verwenden, weil sie vom Schreibprogramm automatisch in die ausgeschriebene Version umgewandelt werden.

Eine gute Möglichkeit, Notizen sehr schnell anzulegen und gleichzeitig auch noch übersichtlich zu strukturieren sind Mind-Maps. Sie werden heute in Firmen in weiten Teilen nicht nur ausschliesslich für kreative Prozesse, sondern auch zur Planung und zur Strukturierung von Ideen und Gedanken eingesetzt. Verbinden Sie die einzelnen Begriffe einfach mit Strichen, fügen Sie Symbole oder Kommentare dazu. Gegenüber dem notierenden Schreiben sind Mind-Maps meist um ein Vielfaches schneller, und danach auch sehr viel übersichtlicher. Überdies trainieren Sie Ihr Denken und Ihre Logik, jedes Mal wenn Sie Mindmaps anwenden. PERT-Diagramme, wie sie beim Planen von Abläufen Verwendung finden, sind übrigens genau genommen auch nur eine Sonderform von Mind-Maps.