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Statistiken erstellen



So werden Statistiken leicht lesbar – und überzeugend… ihr Chef wird Sie lieben

Das Aufbereiten von Zahlenmaterial in Statistiken, um sie dann zu präsentieren ist eine der Aufgaben, die gerne der Assistenz überlassen werden – die Arbeit erfordert ein bisschen Fingerspitzengefühl und profunde Kenntnisse von MS Excel und gegebenenfalls auch MS Access – oder einem anderen Datenbankprogramm.  Chefs verfügen sehr oft über keins von beiden ausreichend, und noch dazu immer über sehr wenig Zeit, sind also froh, wenn sie solche Arbeiten abgeben können.

Die grundlegende Frage, bevor man sich überhaupt über das Zahlenmaterial stürzt, ist natürlich: Was soll deutlich gezeigt werden? – es gibt also immer eine deutliche, klar formulierte Hypothese, die dahinter liegt, und von dieser Statistik, die Sie zu entwerfen haben, beeindruckend gestützt werden soll.

Zum Beispiel: „Kinder alleinerziehender Mütter haben einen signifikant schlechteren Notendurchschnitt bei schulischen Leistungen als Kinder aus intakten Familien“. (Völliger Schwachsinn, übrigens, aber es gibt immerhin eine sehr eindrucksvolle Statistik, die das trotzdem sehr deutlich so anhand irgendwelcher Zahlen so darstellt).

Sie sehen also, über den Wahrheitsgehalt der Hypothese kann man manches mal schon durchaus streiten – im Grunde ist das aber für die Statistik selber unerheblich: die zeigt immer, was sie zeigen soll. Es kommt nur auf die Auswahl des präsentierten Materials an – und die Vergleiche. Elefanten sind sehr groß, wenn man sie mit Mäusen vergleicht – aber gar nicht so groß, wenn man einen Blauwal als Vergleichsobjekt nimmt.

Womit wir schon beim nächsten entscheidenden Punkt wären – der Auswahl des Datenmaterials. Was soll womit verglichen werden? Welche Daten haben Sie verfügbar, und welche Werte lassen sich am besten darstellen?

Welche Diagrammform soll daher gewählt werden?

Am besten – wenn immer irgend möglich – erstellen Sie Statistiken in MS Excel: es hat die einfachste Handhabung und die meisten Formatierungsmöglichkeiten für das fertige Diagramm, das Sie zusätzlich auch gleich in anderen Office Programmen weiterbearbeiten oder einfügen können. Sie können auch einzelne Datenbestände aus MS Access-Listen kopieren, und in Excel einfügen, weil das Handling von Daten sehr viel einfacher dort geht.

Um Statistiken signifikant zu machen, müssen Sie nicht nur die richtige Diagrammform wählen, sondern auch den richtigen Zahlenbereich. Wenn beispielsweise das Unternehmenswachstum anhand der Umsätze dargestellt werden soll, wählen Sie die einzelnen Unternehmensbereich als Doppelbalken, und vergleichen das Umsatzergebnis des vorletzten Jahres mit dem des letzten. Damit dieser Unterschied aber auch optisch ausreichend beeindruckend ausfällt, können Sie mit dem Zahlenmaterial und den Zahlenbereichen ein bisschen nachhelfen: In 10.000-Euro-Schritten wird die Differenz weniger deutlich sichtbar sein, als in 2.000-Euro-Schritten dargestellt – vor allem wenn Sie später den unteren Teil des Diagrams gekonnt beschneiden. Dann liegt der optische Fokus des Auges auf dem spektakulären Unterschied.

Genau umgekehrt machen Sie es natürlich, wenn Sie beispielsweise Verluste des Unternehmens entdramatisieren wollen – nehmen Sie einfach 100.000-Euro-Schritte, und der Verlust wird nur marginal aussehen – vor allem wenn man den gesamten Balken sieht.

Für mathematisch Begabte noch ein kleiner Trick, um Unterschiede deutlicher zu machen: Wenn Sie anstatt auf die natürlichen Zahlen zurück zu greifen, eine logarithmische Darstellungsform wählen, werden Sie immer sehr viel deutlichere Unterschiede feststellen können. Dieser kleine Trick ist bei Naturwissenschaftern auch heute noch sehr beliebt, um in manchen Fällen die Optik ein bisschen aufzufrisieren. Excel kann ohne Probleme per Formel statt den realen Zahlen deren logarithmische Werte ausgeben, bezogen entweder auf den natürlichen Logarithmus, oder auch den 10erLogarithmus, die man dann für die Tabelle nimmt. Versuchen Sie es einmal, die Ergebnisse werden Sie sicherlich erstaunen. Und es sind immer noch die selben Zahlen – sie sind nur – und das ist legitim – mathematisch anders dargestellt.

Es lohnt aber ab und an auch, sich einmal über Prozentzahlen Gedanken zu machen. Prozentangaben sind immer ein zweischneidiges Schwert – bei sehr kleinen Prozent-Werten sollte man eher die tatsächlichen, realen Zahlen verwenden (Wir haben unseren Umsatz um 17.000 Euro wieder gesteigert – anstatt: Wir haben unseren Umsatz wieder um 1,2% gesteigert – dieser Wert erzeugt höchstens bei Tarifverhandlern noch überhaupt eine Reaktion)  – andererseits wirken große Prozentzahlen immer sehr viel beeindruckender als die realen Zahlen. Um 30% mehr wirkt immer sehr viel besser, als wenn jemand beispielsweise sagt: „Von 1.800 Euro Umsatz pro Kunde haben wir uns verbessert auf 2.340  Euro pro Kunde.“ 30% sind einfach besser vorstellbar in diesem Fall.

Seien Sie bei der grafischen Aufbereitung darauf bedacht, nicht allzu viele Farben zu verwenden – und verwenden Sie wenn es geht Primärfarben, und für die Gegenwert die jeweilige Komplementärfarbe. Pastelltöne sind auch in Ordnung wenn Sie sich auf allerhöchstens drei Farben beschränken, und bedenken, dass „weiche“ Farben Unterschiede eher einebnen, während Komplementärfarben Unterschiede besser und klarer herausheben.

Beschriftungen sollten nicht zu umfangreich ausfallen, das verwischt eher das Bild, und macht Ihre sorgfältige Arbeit zunichte. Lieber noch eine (künstlich blass gehaltene) Legende an den unteren Rand stellen.

Halten Sie sich eins vor Augen: Man kann mit Statistiken so ziemlich alles beweisen, und die Beurteilung des Betrachters zu weitenTeilen stark beeinflußen – es liegt nur an der richtigen Darstellung, und das ist dann Ihr Job.