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Büromanagement im Griff



Umgang mit Kollegen



Strategien für ein gutes Miteinander im Büro

Das, was man gemeinhin im allgemeinen als „Arbeitsklima“ zu bezeichnen pflegt, ist in Wirklichkeit eigentlich nur der Grad, in dem Kommunikation zwischen den Mitarbeitern einer Firma funktioniert – oder eben auch nicht funktioniert. Gute Kommunikation und gemeinsame Ziele sind wesentlich für den Arbeitserfolg – eingutes Miteineinander braucht jedoch auch immer ein bisschen Arbeit und Pflege von allen Seiten.

Klare, eindeutige und effiziente Kommunikation wenn es um die Arbeit oder um Arbeitserfordernisse geht, ist wesentlicher Punkt dabei – die Richtlinien für gute Kommunikation am Telefon, wie oben schon beschrieben, gelten unbeschadet genauso auch für die persönliche Kommunikation am Arbeitsplatz.

Sachlichkeit ist darüber hinaus auch ein wesentlicher Punkt am Arbeitsplatz – ungeachtet möglicher schwelender zwischenmenschlicher oder persönlicher Konflikte ist Sachlichkeit ein Rückzugspunkt, der es erlaubt trotzdem immer noch miteinander arbeiten. Diesen Punkt sollte man nicht vergessen, auch wenn es einmal mit einem Kollegen oder einer Kollegin gerade „drunter und drüber“ geht. Sachlichkeit ist auch Zeichen von Professionalität, das im Übrigen sehr weithin geschätzt wird.

Schwieriger wird es dort, wo es um persönliche Konflikte geht – umso mehr natürlich, wenn einer der Chef und der andere der Angestellte ist. Die gemeinsame Arbeit in einer Firma erfordert auch, dass alle an einem Strang ziehen, dass es gemeinsame Ziele und eine gemeinsame Anstrengung gibt. Mit Menschen, gegen die man einen Groll hegt, die man unsympathisch findet, oder mit denen man einfach aus welchen Gründen auch immer einfach keine Gesprächsbasis findet, hat man eine unbewußte Sperre dagegen, sich gemeinsam für ein Ziel einzusetzen – aber genau hier ist Ihre Professionalität gefragt. Wenn es um die Arbeit geht, müssen persönliche Konflikte hinten bleiben – sachliche Fragen kann man auch sachlich klären, ungeachtet aller persönlichen Leidenschaften.

Gerade im Sekretariat oder in der Assistenz ist man noch viel mehr der gesuchte „ausgleichende Pol“ und nicht selten im Hintergrund auch der „Vermittler“ zwischen auf den Tod verfeindeten Parteien. Das setzt ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen und Menschenkenntnis voraus – und birgt immer das Risiko, von einem der beiden „Lager“ für sich reklamiert zu werden. Gehen Sie solchen Versuchen immer mit Sachlichkeit aus dem Weg, soweit es geht, und versuchen Sie, soweit es geht, entstehende Diskussionen immer konsequent auf sachliche Dinge zurückzubringen. Das ist der einzige wirklich neutrale Rückzugspunkt, den es auf diesem Schlachtfeld immer gibt.

Es gibt jedoch ein paar grundlegende Eigenschaften, die sehr bezeichnend sind für ein „gesundes“ Arbeitsklima: Offenheit, Ehrlichkeit und Wertungsfreiheit. Sagen Sie, was Sie denken – und demjenigen, den es betrifft. Ohne Recht haben zu wollen – verschiedene Menschen haben verschiedene Meinungen und unterschiedliche Blickwinkel. Es ist ein Zeichen von persönlicher Reife und Zivilisiertheit, auch die Ansichten anderer Menschen zu respektieren, auch ohne Sie zu teilen. Sie müssen niemandem nach dem Mund reden, auch Ihrem Chef nicht – sagen Sie offen und ehrlich, was Sie über eine Sache denken – und fordern das geradeheraus auch direkt vom andern. Auf diese Art und Weise werden die meisten Konflikte bereits im Keim erstickt, und ein positives Gesprächsklima erzeugt. Vor allem – wenn Sie mit Mut zur Ehrlichkeit und Offenheit als Vorbild voran gehen, werden Ihnen über kurz oder lang auch andere auf diesem Weg folgen – und das Arbeitsklima wird sich nachhaltig verbessern.

Man kann ruhig über manche Dinge anderer Ansicht sein – man muss deshalb aber weder werten, verurteilen noch übereinander herfallen. Solche Dinge sollten eigentlich schon mit dem Neandertaler ausgestorben sein – sind es aber leider nicht, wie die Realität zeigt. Manche Menschen – und gerade an ihrem Arbeitsplatz – benehmen sich schlimmer als Kindergartenkinder, und oft sogar noch uneinsichtiger, sturer, bockiger und rechthaberischer als Dreijährige. Sachlich  und ruhig wieder ein bisschen Vernunft walten zu lassen, ist der einzige Weg, solche Konflikte zu entschärfen.

Bei manchen Menschen funktioniert das aber alles nicht – sie haben sich entschlossen, zu bocken und „ihr Ding durchzuziehen“, ihre Meinung zu behalten, komme was da wolle. Solche Kollegen sind Herausforderungen, und zwar keine kleinen. Glauben Sie nicht, dass solche Menschen nicht auch gelegentlich unter sich selbst leiden – auch wenn es nicht den Anschein hat. Nicht selten fallen auch Chefs in diese Kategorie – das ist dann natürlich ein echter Segen für die ganze Mannschaft. Im Grunde kann man solche Menschen nicht (mehr) verändern – in solchen Fällen bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als sich so gut es geht, mit diesem Zustand auf sachlicher und arbeitstechnischer Ebene zu arrangieren.

Ansonsten helfen Mut zur Offenheit, Ehrlichkeit und den anderen gelten zu lassen sehr dabei, ein offenes und vertrauensvolles Arbeitsklima mit gegenseitigem Respekt aufzubauen, das eine sehr gute Basis für die gemeinsame tägliche Arbeit darstellt. Wenn Ihre Arbeit oder Arbeitsplatzsituation sich sehr oft als persönliche, zwischenmenschliche Herausforderung erweist, scheuen Sie sich nicht, sich auch einmal ein bisschen mit Enneagrammen oder mit Konfliktbewältigungsstrategien zu beschäftigen – Sie sind in dem bei weitem kommunikativsten Teilbereich des Unternehmens, und Ihnen wird aufgrund dessen in diesem Berufsfeld eine Menge soziale Kompetenz – bewußt oder unbewußt zugeschrieben. Versuchen Sie einfach, dem gerecht zu werden.